Besondere Sandbank in Noordenveld bleibt verschont


Im Noordenveld wird weniger Boden verschwinden als bislang angenommen. Die Bagger werden die höchstgelegenen Bereiche des Gebiets unberührt belassen. Diese Anpassungen im Plan beruhen auf einer Empfehlung eines Teams von Experten, zu dem auch Landschaftsökologe Gert Jan Baaijens aus Dwingeloo gehört. Sie entdeckten, dass im Noordenveld eine sehr besondere Sandbank vorhanden ist, die es verdient, intakt zu bleiben.

Einzigartiges Monument

33a4ae5fb70e1285f275cd57f892f88f“Auf der Höhenkarte ist im Noordenveld ein sich schlängelnder Kamm mit Armen an beiden Seiten zu sehen. Bislang wussten wir nicht, wie der entstanden ist“, erzählt Baaijens. Auf Initiative des Expertenteams führte der Bodenprüfer Ebbing Kiestra zusätzliche Bohrungen aus, die zu neuen Einsichten geführt haben. Der Kamm der Sandbank scheint aus der letzten Eiszeit zu datieren, wobei sein Leben mit einem Rinnsal begonnen haben muss. Baaijens erklärt, wie dies geschehen konnte. “Sie müssen sich eine arktische Wüste vorstellen, in der nichts wuchs und wo Sandstürme tobten. Und gerade diese nassen Flecken fingen Sand ein. Genau wie dieses Rinnsal, das seinen Ursprung in einer Grundwasserquelle hatte.” Laut Baaijens ist diese Art von Sandbank nirgendwo in den Niederlanden so schön entwickelt wie hier. “Es ist ein einzigartiges Monument, ein faszinierendes Zeugnis dafür, wie die Landschaft in Drenthe entstanden ist. So ein Monument muss respektiert werden. Glücklicherweise erkannten sowohl Staatsbosbeheer, als auch Natuurmonumenten dies und waren sofort bereit, ihre Meinung über dieses Gebiet zu revidieren. Dafür verdienen sie ein großes Kompliment.”

Mähen statt Graben

Diese Anpassung bedeutet, dass nicht überall, sondern nur in den Rissen und Tiefen der obersten Erdschicht Boden abgetragen werden muss. Das Ergebnis ist jedoch, dass auf dem Kamm der Sandbank Phosphat im Grund vorhanden bleibt. Und das, obwohl dies genau der Hauptgrund war, um überhaupt zu graben. Die Anwesenheit von Phosphat steht nämlich dem Wiederaufbau der Heide im Weg. Die Verwalter nehmen nun in Kauf, dass der Kamm jahrelang gemäht werden muss, um es entfernen zu können. Dies ist nicht nur relativ teuer, sondern dauert auch viele Jahrzehnte länger, bis eine Vegetation ähnlich einer Heide entstehen kann. Dem Gegenüber steht jedoch, dass die nasse Natur mit ihren Rissen und Tiefen von den Höhenunterschieden, die nun größer sind als im ursprünglichen Plan festgelegt, davon profitiert. Das Risiko, dass Phosphat aus den höher gelegenen Gebieten in die niedrigeren Gebiete strömt, ist laut Experten gering: In den höheren Gebieten hat das Phosphat keinen Kontakt zum Grundwasser.

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