Wildbrücke; Genügend Platz für Tiere


Am 29. Oktober weihte Stellvertreter Rein Munniksma die neue Wildbrücke über die A28 offiziell ein. Ein paar Tage später schon nutzten fast fünfhundert Bewohner der Gegend die Gelegenheit, sowohl Wildbrücke, als auch „Versorgungsstreifen“ in Augenschein zu nehmen. Eine Chance, die nicht so schnell wiederkommen wird, da nun die Wildbrücke eine ausschließliche Domäne der Tiere sein wird.

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Die Wildbrücke selbst war schon seit einiger Zeit fertig gestellt. In den letzten Monaten vor der Einweihung jedoch wurde noch an der Einrichtung der Zugänge an der westlichen Ostseite gearbeitet. An der Ostseite wurde das meiste der angereicherten Oberschicht abgetragen, an der Westseite wurden die jungen Waldanpflanzungen des ehemaligen Landwirtschaftsgebietes abgeholzt. Auf beiden Seiten wurden Gräben und Pfuhle ausgehoben. Der freigesetzte, nährstoffarme Boden wurde als obere Lage der Wildbrücke benutzt.

2013-2-ecoduct2Weiterhin wurden an der Oberseite der Wildbrücke Pfuhle platziert. Über den gesamten Streifen wurden Heidestücke ausgelegt. Der Streifen soll größtenteils aus offener Heidelandschaft bestehen. Weidende Kühe werden das Gebiet offen halten. Sie verbleiben innerhalb eines Rasters, das für andere (wilde) Tiere leicht passierbar ist. Die Ränder der Wildbrücke und der beidseitigen Abhänge werden mit Sträuchern und niedrigen Bäumen versehen, die die Wildbrücke visuell von der Umgebung abschirmen sollen. Um Insekten und andere kleine Tiere anzulocken, wurden eine Reihe Baumstämme über die Wildbrücke gelegt.

2013-2-ecoduct3Es wurden Kameras installiert, um registrieren zu können, wie die verschiedenen Tiere von der Wildbrücke Gebrauch machen. Aus dem gleichen Grund werden regelmäßig Spuren und Abdrücke gezählt. Der Start ist vielversprechend: Beim Bau der Wildbrücke bereits warteten Hirsche förmlich darauf, sie nutzen zu können. Auch Fuchs, Hase und Kaninchen hinterließen bereits Fußabdrücke und am Rande der Wildbrücke wurden Dachsspuren entdeckt. Weiterhin wurden verschiedene Arten von Schmetterlingen gesichtet. Dank der Wildbrücke sind nun das Dwingelderveld und der Terhorsterzand wieder miteinander verbunden. In den nächsten Jahren wird an der ökologischen Verbindung von Naturgebieten im Osten, z.B. das Scharreveld, gearbeitet. Wegen begrenzter Ressourcen wird diese Verbindung einen nüchternen Charakter erhalten.

Moore in Stand gesetzt

In der nordöstlichen Ecke des Dwingelderveldes, nahe der Zugangszone zur Wildbrücke, liegen drei Moore aneinander. Das mittlere Moor wurde bei der Ausbreitung der A28 mit Stümpfen zugeschüttet. Inzwischen ist die Bodendelle mit Birken überwuchert. Nach einer Prüfung scheint es immer noch möglich, das Moor wiederherzustellen; es war noch eine Schicht aus Torf vorhanden. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden daraufhin in die Projektentwicklung mit einbezogen. Nun besteht wieder eine Senke, die sich mit Wasser füllt.

Wildbrücke

Eine Wildbrücke dient dazu, Naturgebiete miteinander zu verbinden, so dass eine Auswechslung von Tier- und Pflanzenarten stattfinden kann. Für manche Arten (Reptilien und Amphibien, kriechende Insekten, aber auch für größere Tiere) sind sowohl Gräben, als auch Autobahnen eine absolute Barriere, die nicht überwunden werden kann. Die Autobahn (A28) formt, genau wie alle anderen Autobahnen in unserem Land, eben solch eine Barriere.

Die A28 schneidet den Terhorsterzand vom Dwingelderveld ab. Ursprünglich waren diese Gebiete miteinander verbunden und formten ein Ganzes. Kleinere Straßen sind nicht wirklich eine Barriere, doch eine 4-spurige Autobahn, auf der konstanter Verkehr herrscht, schon. Viele Tiere und Pflanzen können die Autobahn nicht überbrücken, um eine Auswechslung von Arten und Genen zu gewährleisten. Wir können sehen, dass neugierige Arten, wie Kaninchen, aber auch Hasen und Rehe bereits jetzt schon über die Wildbrücke wandern. Doch die Wildbrücke besteht auch für Dachse und Marder. Eigentlich für alle Arten, die die Gebiete beidseits der Brücke bewohnen. Also auch für Arten, die charakteristisch für die Heidenlandschaften sind, zum Beispiel der Moorfrosch, die Otter und die Waldeidechse.
Weiterhin formt die Wildbrücke einen Unterteil der robusten Verbindungszone Richtung Mantingerzand/ Midden-Drenthe. Dabei können Sie an mobile Arten wie Rehe und (baldige) Edelhirsche denken.

Der Vorentwurf wurde von Parklaan Landschapsarchitecten entworfen, die auch die Schallmauer designt haben.