Ein gründliches Experiment


Die Ausgrabung landwirtschaftlichen Grunds zur Wiederherstellung der Heidelandschaft hat sich zwar schon öfter angeboten, aber noch nie in einem so großen Umfang wie es nun in Noordenveld der Fall ist. Das nationale Wissensnetzwerk für Naturschutz und Entwicklung (OBN) sah dies als Gelegenheit für ein gründliches Experiment. In einem Bereich der ausgegrabenen Fläche werden Forscher nun eine Reihe von Methoden ausprobieren, um die Heide auf dem ausgegrabenen Boden schneller wachsen zu lassen. Dass ein Gebiet vor der landwirtschaftlichen Veränderung bereits ein Heidegebiet war (wie das Noordenveld), bedeutet leider nicht, dass die Heide automatisch zurückkehrt, wenn der Landwirt das Land verlässt. Der Abbau der oberen Erdschicht ist ein wichtiger erster Schritt: Hierdurch werden Nährstoffe aus der Landwirtschaft abgetragen. Notwendig, weil die Heide einen nährstoffarmen Boden benötigt. Doch eine Garantie für die schnelle Rückkehr der Heidearten bietet dieser Eingriff leider nicht. Geschieht dies nicht, werden andere Pflanzen von dem Land Besitz ergreifen. Und wenn sie wollen, geben sie diesen Platz nicht mehr so schnell her.

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Beschleunigung

Manchmal versuchen Verwalter die Entwicklung der Heide durch die Verstreuung von an einer anderen Stelle gemähter Heide zu beschleunigen. 7bbefc0ae92b70075bd7ab07991c203cDiese enthält Samen, die die Ausbreitung der Heidepflanzen beschleunigt. Eine andere Möglichkeit bietet es, Heidestücke zu benutzen, in denen nicht nur Samen, sondern auch ein reiches Erdenleben (Insekten, Pilze, Mikroorganismen) vorhanden ist. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass versucht werden kann, den Säuregehalt des Bodens zu beeinflussen. Heiden sind von Natur aus sauer, daher fühlen sich die meisten Heidepflanzen dort dann auch am Wohlsten. Doch eine Anzahl seltener Heidepflanzenarten bevorzugt leider weniger säurehaltige Bodenstrukturen.

Alle möglichen Kombinationen

8d1adfcf48454f4773d2474e9e2233d6Die Frage für die praktische Forschung im Noorderveld ist: Was funktioniert nun eigentlich am besten? Sind Heidestücke effektiver als gemähte Heide? Ist es besser, den Boden mit Säure anzureichern oder diesen zu verkalken? Werden diese Methoden eine Beschleunigung der Entwicklung erwirken oder ist es besser, einfach nur Zuzusehen und die Natur ihren Gang gehen zu lassen? Alle möglichen Kombinationen dieser Maßnahmen (inklusive dem Nichts-tun), und dann auch entweder auf einem nassen bzw. einem trockenen Grund, werden im Noorderveld auf Flächen von minimal 25x25 Metern getestet. Insgesamt werden 54 dieser Rechtecke angelegt. Das Material (gemähte Heide und Heidestücke) stammen aus der unmittelbaren Umgebung.

Für die Zukunft

Die Studie wird im Oktober beginnen und wird für mindestens fünf Jahre laufen. Die Ergebnisse sind besonders wichtig für zukünftige Projekte an anderen Stellen. Für das Dwingelderveld werden sie lediglich als Bereicherung dienen. Auf den Gebieten, die nun schon ausgegraben worden sind, wurde bereits gemähte Heide verteilt, um so die Wiederherstellung der Heide zu fördern.